Ich hab immer mal nach England gewollt. Leidenschaftlich traeumen - das tu ich von anderen Laendern, aber England hat mich auch schon immer interessiert. Kein Wunder, wie viel man davon so sieht und hoert. Trotzdem bin ich positiv davon ueberrascht, wie extrem gut es mir gefaellt - es ist wirklich toll und schoen, es gibt viel zu sehen, alles ist so niedlich und suess, traditionell, "typisch"... amazing.
Insiderurlaub, also mit einem Einheimischen und einer guten Freundin durch die Gegend kurven und bei Freunden schlafen, jeden Tag zwei bis drei andere Staedte und Staetten sehen, ist vielleicht die beste Art Urlaub zu machen. Aber es ist anstrengend. Entweder man lauft sich die Fuesse wund, oder man sitzt in einem Auto - ein bisschen sehne ich mich nach Faullenzen am Pool. Ein ganz kleines bisschen.
Die Gedanken fliessen, wenn man durch das winzige Fenster auf die Strasse guckt (unser Auto ist das Batmobil und ich muss hinten sitzen - die Decke ist niedrig und das Fenster ist ein winziges Dreieck. Oh well.) und langsam finden sie zu ihrer alten Form zurueck und die Traueme kommen wieder - wenn ich mit mir alleine bin, ist innerlich irgendwie mehr los, ich weiss nicht wirklich warum.
Obwohl wir drei miteinander ein bisschen warm werden muessen - D. und ich sind uns am Dienstag das erste Mal begegnet - ist es doch schoen, harmonisch und lustig. Und mitunter sehr intim, die Gespraeche auf den langen Fahrten zwischen zwei Etappen. Fuer manche Themen sind Fremdsprachen womoeglich besser geeignet.
Uebringens breche ich mir demnaechst wahrscheinlich die Zunge. Und sehne mich mitunter - wer haette das gedacht - nach dem kuscheligweichen franzoesisch. Auch wenn da vieles nicht so einfach geht wie jetzt - ich freue mich schon auf sehnsuchtsvolles Bereuen im Oktober.
Jetzt wird es Zeit fuer meinen Schlafsack auf der roten Cottage Couch. Vorher noch ins Bad. Die Klospuehlung funktioniert nach dem Zufallsprinzip. Wenn man zufaellig gerade gross gemacht hat, wenn sie nicht geht, verbringt man schon mal 20 Minuten im Bad, verzweifelt, bis sie sich irgendwann erbarmt.
Das Doofe daran, dass ich
Questionable Content jetzt ausgelesen habe, ist, dass ich süchtig danach bin und jetzt immer warten muss, bis es weitergeht. Wir immer also. Menno. Zumindest habe ich eine Freundin anstecken können, die jetzt mindestens genauso errückt danach ist, wie ich.
Mein Lieblingscharakter ist übrigens Hannelore.
Auf nach London! Naja, erstmal Berlin. Ich melde mich ab und bin dann erst mal für zwei Wochen weg.
Eigentlich hab ich jetzt ja frei. Uneigentlich hab ich eine lange To-Do Liste, deren erster Punkt der ist: mal meine To-Do Liste vollständig zusammenzustellen.
Schon darauf hab ich keine Lust.
Dann war heute so ein Tag: die ganze Zeit müde, Kopfschmerzen, schlecht gelaubt. Völlig grundlos. Wenn man schlecht gelaunt ist, sind Chorproben besonders ätzend. Das Mädchen links neben Dir kaut Kaugummi, die andere ist verliebt und scheiße gut drauf und macht die ganze Zeit fröhliche Kommentare, das Lied ist doof. Aber sowas von. Und dann hab ich auch noch wichtige Sachen vergessen, die Frau an der Ampel hat nervig gehustet, Gegenwind, Treppensteigen war anstregend... und ich fühl mich schlecht, weil ich so ungerechtfertigt schlechte Stimmung habe.
Meckernörgelnöl.
Ich darf mit Freude berichten, dass der Tenor und ich das mit der Trennung ziemlich gut hingekriegt haben und uns auf bestem Wege zum Freunde-bleiben befinden. (Wobei das Berichten wirklich sekundär ist - ich freu mich halt wirklich sehr, dass es so ist.) Es gibt weiterhin Kontakt, wir telefonieren und chatten, leiten emotionale Bewältigungarbeit und quatschen über Nichtiges.
Der Tenor: hihi, der nichtlustig
Phae: Mist, ich hab ihn gelesen und schon wieder vergessen :)
Der Tenor: wie kann man sowas vergessen?
Phae: naja, ich les jeden Tag Dutzende Blogeinträge und hab 4 oder 5 Webcomics abonniert, von denen ungefähr drei täglich posten
Der Tenor: achja, du musst ja arbeiten, ich vergaß
Phae: ...
[...]
[Phae: darf ich das bloggen? :D
Der Tenor: du darfst alles bloggen was du willst
Phae: uh
Phae: Du hoffst heimlich auf einen glorreichen Auftritt in meinem geheimen Sexblog, oder?
Der Tenor: *lol*
Als ich neulich aus dem kleinen Lieblingsclub kam, war von der Nacht nicht mehr viel übrig. Es war vier Uhr früh und schon ziemlich hell. Während mein Begleiter die Vögel verfluchte und sich verabschiedete, hat mir das frühe Licht - im Gegensatz zu sonst, wenn ich nicht geschlafen habe - gar nichts ausgemacht. Zu Hause angekommen bin ich nicht ins Bett gegangen, sondern aufs Dach gestiegen. Hab mir die anmutige Siluette meiner Stadt angesehen, den Sonnenaufgang, Seifenblasen in den Morgen hineingezaubert und dem Kater beim Jagen und Zertupfen der selben zugesehen. Was für ein Moment.

Die BA Arbeit ist fertig und wurde heute abgegeben. Nun kommen noch zwei Prüfungen... aber erst ab August. Bis dahin ist Zeit der To-Do Listen und der Entspannung... ab dem nächsten Dienstag erstmal anderthalb Wochen in England.
Ansonsten habe ich theoretisch wieder mehr Zeit, hier zu berichten und auch viel zu erzählen, nur... es ist Sommer und draußen ist es schön. Außerdem habe ich in der letzten Zeit eine ziemliche Abneigung gegen meinen Schreibtisch entwickelt - vielleicht, weil wir zwei jeden Tag 8 Stunden miteinander verbracht haben, das tut keiner Beziehung gut.
Ich möchte also gerne wieder ein bisschen mehr hier berichten - seh aber schon kommen, dass das soviel mehr gar nicht wird, weil ich ständig draußen spielen bin.
Gemein, wenn man verstörend schmutzige Träume hat, in denen völlig unschuldige Mitmenschen vorkommen und man mit diesen dann aber am nächsten Tag nichts zu tun haben will.
Die BA-Arbeits-Zeit nähert sich dem Ende. Noch eine Woche und ich bin so gut wie fertig. Basteln noch, Fehler suchen, schön machen. Leider war die Panik mein stärkster Motor, jetzt ist Prokasternationszeit.
Eben im Regen das winzige Badfenster zum Hof geöffnet, mich auf den Wächekorb gesetzt und rausgeguckt. Regen auf Bäumen. Toll. Dann Seifenblasen geholt. Ich habe gelernt: Regen macht Seifenblasen nicht kaputt, sie können trotzdem fliegen. Sogar hoch. Außer, wenn es ganz doll regnet, dann werden sie runtergedrückt und hektisch umhergewirbelt.
Ich hab den ganzen Garten vollgeblubbert.
Jetzt glücklich und back at work. Aber meine Hände sind durchgefroren, ich kann kaum tippen.
Stelle fest, dass ich zwar noch, wie früher, Sonntage zu Hause vergammeln kann. Aber mich dabei Abends schlecht fühle.
Es ist krass, dass man so oft im Leben keine Ahnung hat, dass man etwas zum letzten Mal tut.
Ich habe das Buch nur gekauft, weil es so gut zum Tag, zur Situation gepasst hat. Mit meiner Freundin L. habe ich an einem Wochenende vor ein paar Monaten den Tenor in Hamburg besucht. Das ist insofern eine delikate Situation, weil L und der Tenor selbst für eine lange Zeit ein Paar waren. Allen Regeln des Anstandes zum Trotz verstehen wir beide uns trotzdem sehr gut und genießen stets das Staunen der Menschen. Genossen, die Zeiten sind jetzt wohl vorbei.
An diesem Wochenende war aber noch alles wie immer, nur dass L und ich zusammen in Hamburg waren, das war neu. Wir gingen zu zweit spazieren, die Stadt erkunden und wir hatten Glück, denn zufällig fanden wir das Schulterblatt. (Ja, fanden zufällig. Mein Orientierungssinn hat mich noch nie in Schwierigkeiten gebracht, aber das ist auch das beste, was ich über ihn sagen kann.)
Da war dieser Second Hand Laden, viele Platten und einige Bücher und eine Menge Großstädter. Jungs in Kapuzenpullis und mit großen Kopfhörern, Mädchen in Leggings und bunten Kleidungskombinationen. Zumindest gefühlt. Da war dieses Buch.
Rosaner Einband mit Leopardenmuster, "Venus", 2 Euro auf dem Grabbeltisch. Innen eine Widmung, vielleicht von der Autorin: "ET: 07.03.05 Bitte veröffentlichen Sie keine Besprechung vor diesem Termin - vielen Dank." Ich musste es einfach mitnehmen, ich wollte ein kitschig aussehendes Buch in einem Hamburger Second Hand Laden kaufen. Wenn es doof wäre, würde ich es einfach freilassen und es würde Teil der Book Crossing Gemeinde.
Dann die Überraschung. Das Buch ist gut.
Es geht um eine arrogante, junge New Yorkerin, die nach einem blutigen Mord erst ihr Gedächtnis verliert und dann sich selbst - in den Straßen der Stadt. Ein behäbiger Mönch liest sie auf und trägt sie in eine Tempelkirche namens "God's Motel", eine Gemeinschaft, die alle Religionen unter dem Namen "Glückliche Sklaven Gottes" vereint und dabei aber hauptsächlich eine Menge Freaks in einer internationalen Sekten-WG versammelt.
Die Geschichte überrascht durch einen ungewöhnlich präsenten und aktiven Wir-Erzähler, durch einfallsreiches Charakterdesign und wirklich ansprechenden Humor, der einen irgendwie unerwartet trifft und an den man sich erst gewöhnen muss. Ein richtiger Glücksgriff, also, ganz unerwartet. Wer hätte das gedacht.
Ich war zwar schon vor einer Woche im Kino, will jetzt aber mal nachtragen, was mir so bei "Sex and the City" durch den Kopf gegangen ist. Und dabei
Splendids Format aufgreifen. :)
- das unbändige Verlangen, mehrere Kleidergrößen weniger, Designerkleider, hohe Schule und hysterische Freundinnen zu haben. An normalen Tagen nicht so mein Fall. Naja, das meiste davon.
- Ich will auch in einer Bibliothek heiraten.
- Boar, sind die alle alt geworden
- Ich bin noch unschlüssig. Will ich lieber Personal Assistant sein, oder selbst einen haben? (Ähnlicher Effekt auch schon in "The Devil Wears Prada" an mir beobachtet.)
- Armer Big: Mit einer Frau zusammen sein zu müssen ist schwer genug - und dann auch noch eine New Yorkerin. Mir tat er des öfteren ja schon mal leid.
- Und überhaupt ging es Miranda doch viel viel schlimmer. Hallo?
- Teilweise wirkte das alles ja schon etwas konstruiert. N bisschen.
- New York ist schon irgendwie cool (Und ich bin metropolensüchtig.)
- Carriebradshaw.com gibt es wirklich!
- Louises Tasche war wirklich hässlich
- Privat witzigste Stelle. Meine Freundin L. flüstert bei der Schamhaarszene: "Das waren bestimmt nicht ihre echten Haare."
- Wenn ich nach Frankreich gehe und nur zwei Koffer mitnehmen darf - nehm ich dann trotzdem alle meine Staffeln mit? Oder ein ganzes Jahr ohne? Man man, schwere Entscheidung.
- Also, ich hätte ja den jungen Mann mit den pinken Pumps eingestellt.