Auf dem Nachttisch

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Damkeschön. Die Dekade...
Damkeschön. Die Dekade hätte ich eigentlich fast noch...
Phae - 18. Mär, 00:37
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Welcome back und einen guten Re-Start nach beinahe...
NeonWilderness - 17. Mär, 17:54
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Phae - 17. Mär, 15:44
suppe
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Phae - 19. Nov, 00:01
'
Wenn ich wieder fahre, in den letzten Momenten davor,...
Phae - 8. Sep, 19:10
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Gestern habe ich einer Freundin noch davon erzählt,...
Phae - 3. Aug, 00:04
Er schmeckt mir gut und...
Er schmeckt mir gut und es sieht schön aus, wenn man...
Phae - 2. Apr, 20:15
undenkbar
Auf einmal ist da ein neuer Gedanke. Ich bin auf dem...
Phae - 1. Apr, 01:34

Mittwoch, 17. September 2008

...

Habe Lust, Batman zu zeichnen. Das heißt wohl, ich fand "The Dark Knight" ziemlich gut. Genau wie die spontanen Gespräche mit anderen Kinogängern und das Sitzen auf der Bank im Park hinterher, das Diskutieren und Auswerten. Gott, wie wird mir alles fehlen.

Dienstag, 16. September 2008

Liebe ist anstrengend

Wenn ich sie so sehe, ihr so zuhöre, dann wird mir wieder klar, was ich fast vergessen habe. Wie anstrengend es doch ist, verliebt zu sein.

Fast, und das ist neu, bin ich froh, dass es mir gerade nicht so geht. Ihr Blick vorhin, als er den Raum verließ. Das Gefühl kenn ich noch. Auf einmal ist die Welt zweidimensional und nicht mehr bunt. Und ich saß einfach da und konnte mich weiterunterhalten.

Beim Zahnarzt, wenn es weh tut, denke ich immer, dass ich jetzt schon so viele Wochen nicht beim Zahnarzt war. So viele Momente, in denen mir keiner im Mund rumgebohrt hat. Und nicht einmal habe ich gedacht "Oh schön, gerade bohrt mir keiner im Mund rum." Oder wenn man Schnupfen hat und nicht durch die Nase atmen. Kopfschmerzen, Regelbeschwerden. Beim Dauerlauf in der Schule, wenn die Seitenstechen kamen, dachte ich das auch. Die meiste Zeit des Tages, Phae, läufst du gerade nicht und es tut nicht weh. Und merkst du es, würdigst du es? Nein.

Meistens ist es ja doof, nicht verliebt zu sein. Ich finds auch doof, fast ständig. Aber wir denken ja auch gar nicht daran, wie kacke es sein kann, wie anstrengend, wie zermürbend. Ist ja nicht so, dass Amor seine Glückshomone umsonst verteilt. Sollten wir vielleicht mal würdigen, so von Zeit zu Zeit.

Montag, 15. September 2008

***

Man sieht nur mit dem Herzen gut

Im IGA Park war Licht- und Klangnacht und das Thema war "der kleine Prinz".

über Freunde

Es gibt diesen Spruch, den jeder kennt. Dass richtig gute Freunde die sind, die man tausend Jahre nicht gesehen hat, dann trifft man sie wieder und es ist, als wär es erst gestern gewesen.

Laberrhabarber.

Das mag ja sein und das ist bestimmt auch ganz toll. Tatsache ist aber, dass es auch richtig gute Freunde gibt, mit denen das eben nicht passiert. Ich habe eine Freundin, die mir damals in den ersten Tagen an die Seele gewachsen ist. Ich war so von ihr begeistert, dass ich damals von drei unabhängigen Personen gefragt worden bin, ob ich in sie verliebt sei. War ich wohl auch, platonisch. Nur dass es bei Platon um seelische Schönheit geht, und nicht darum, wie unglaublich cool jemand ist. Sie war und hatte beides.

Cool im Sinne von toll, ungewöhnlich, witzig, begeisternd, berauschend. Nicht im Sinne von lässig und unbeteiligt.

Es hat einfach gepasst, nach dem Kennenlernen liefen wir schnell zur jovialen Höchstform auf. Ich glaube, wir hatten unglaublich viel Potential füreinander und haben es intensiv ausgeschöpft. Wir hatten eine großartige Zeit.

Die ist vorbei. Sie ist weg, sie meldet sich wenig, sie lebt ihr Leben eben da, wo sie gerade ist. Wir mögen uns, sie ist mir noch wichtig. Aber wenn wir uns sehen, dann ist da diese Verlegenheit, das Gefühl, als hätten wir total viel zu sagen. Aber eben nicht uns. An sie denke ich traurig, wenn ich diesen Spruch hören muss, mit den Freunden, die reden, als wäre es gestern.

Mit den Freunden von heute Abend, dem "Juno"abend, ist es anders. Es kann sein, dass wir sind, als wäre es gestern gewesen. Ziemlich. Aber viel mehr sind wir, als reiche das heute nicht. Wir waren gestern zusammen aus, wir waren heute Vormittag brunchen, heute Abend dann dieser Film. Und ich fuhr nach Hause und hatte noch nicht genug geredet.

Ich glaube, die Freunde, mit denen nie genug geredet hat, sind auch ziemlich toll. Das sollte mal jemand gesagt haben.*

* Und ja, ich habe den Zusammenhang zu "ich bin nur glücklich, weil ich mehr davon will" bemerkt. War ja auch leicht. Hab aber trotzdem mit beidem recht, sowas geht im Blog und in der Psychotherapie.

Bloggedankenkillerfische

Manchmal gibt es wochenlang nichts, was es ins Blog schafft, und dann kommt alles auf einmal. Dann hat man diese Bloggedanken, die man mit nach Hause nehmen will, und man ist ganz vorsichtig mit dem Kopf, damit sie nicht rausschwappen und verschwinden. Aber dann vermehren sie sich, auf dem Heimweg durch die dunklen Straßen und schwirren durcheinander. Sie ziehen sich wohl gegenseitig an.

Sie sind ein bisschen wie die Fische in diesem alten Bildschirmschoner. Wenn sich zwei begegnen, fressen sie sich auf, werden immer weniger und immer größer. Wenn man zu Hause angekommen ist, haben nur wenige überlebt, aber die haben sich groß gefressen und müssen raus.

Und dann wird egal, dass ich früh schlafen wollte.

Sonntag, 14. September 2008

Spirited Away

Ich habe mit guten Freunden "Juno" gesehen. Vielleicht schaffe ich es noch, was über den Film zu schreiben, aber erstmal muss raus, was dadurch in Gang gesetzt wurde. In meinem Kopf.

Juno sieht aus wie Chihiro. Total. Ich konnte davon lange nicht wegdenken. Juno ist die menschgewordene Reallifeversion der gezeichneten, japanischen Chihiro. Chihiros Reise ins Zauberland ist mein Lieblingsfilm.

Ich habe ihn in in dem gleichen Zimmer, mit den gleichen Freunden, gesehen, wie heute "Juno". (Ich würde gerne sagen "auf der gleichen Couch", aber die wurde mittlerweile gegen ein großes Bett ausgetauscht.) Es sind sehr gute Freunde, welche der allerbesten. Wir hatten, in den Jahren vor dem Abi, diese zwei Sommer zusammen. Fast jeden Abend waren wir da. Wir gingen auf schlechte Konzerte, sahen Filme, redeten und spielten Konsolenspiele. Es gab eine Zeit, da kam ich nur zum Duschen nach Hause, um dann wieder zu verschwinden, mein Vater war ganz schön sauer. Meine Mutter fragte besorgt nach "Gruppenkuscheln". Es war mein persönliches Sixty Nine. Wir leben heute in fast der gleichen Straße, aber in den letzen Jahren haben wir uns selten gesehen. Es gab eine Blütezeit, danach wurde es weniger, ohne, dass wir uns merklich entfremdet hätten.

Irgendwann, zu Anfang dieser Zeit, zeigten sie mir "Chihiros Reise ins Zauberland". Mein erster Miazaky. Ich war berührt und begeistert, ich fand ihn unglaublich schön und obwohl so surreal und fremd, kam es mir vor, als wäre ich einem neues Lebensgefühl begegnet. Dass gut passte, aber schwer zu greifen und zu halten war.

Ich weiß noch (darauf will ich hinaus), wie ich am selben Abend nach Hause musste und im Dunkeln an der Bushaltestelle saß. Der Film wirkte in mir nach. Ich war glücklich. Glücklich über den Film, glücklich über meine großartigen Freunde, mein Leben, glücklich über den Schnee, der leise fiel (oder bilde ich mir das nur ein?), die Lichter der Laternen und der Autos im Dunkeln, meine Stadt.

Die Sache mit dem Glück ist die, dass ich damals glücklich war, weil ich mich mittendrin fühlte. Am Anfang. Ich war glücklich, weil ich dachte (und das ist ein sehr wichtiges Motiv bei mir) "Und das beste: es fängt alles erst an." Glücklich, weil das, was so schön war, mir gehörte und weitergehen würde. Vor mir lagen unendlich viele wunderschöne Abende mit meinen Freunden.

Das ist wichtig. Deswegen bin ich sehr oft traurig, in diesen Tagen. Weil, wenn etwas schön ist, ich nicht denken kann "Das machen wir bald wieder!" Oder "Wie schön, dass ich das entdeckt habe, das wird sehr wertvoll in meinem Leben werden." Es gefällt mir nicht, dass es so ist, aber an den schönen Dingen ist mir offensichtlich wichtig, dass sie das Potential haben, auch in Zukunft für schöne Erlebnisse zu sorgen, das gibt mir Sicherheit. Und statt dessen muss ich nun denken "Das war vielleicht das letzte Mal", was mir weh tut.

Deswegen ist dieser Gedanke für mich sehr wichtig. Denn heute, habe ich - wegen Juno - an den Chihiroabend zurückgedacht. Den Moment, als ich auf die Bahn gewartet habe. Damals dachte ich, wichtig ist, dass es so großartig weiter gehen wird. Heute aber ist es genau dieser Moment an den ich mich erinnere, in dem ich sehr glücklich war.

Samstag, 13. September 2008

Septembergedanken

rostock, herbst, fall, concrete, street

Es wird Herbst.

In diesem Teil der Stadt ist der Herbst magisch. Eigentlich der Oktober, aber mir rennt die Zeit davon, da will ich nicht wählerisch sein.

Kennt ihr dieses Gefühl, dass etwas neue (das neue Hotel, das neue Zimmer, die neue Wohnung) in der ersten Nacht ganz anders aussieht, als an den folgenden Tagen? Wird die Gegend vertraut, ändert sich der Blick und nur manchmal erinnert man sich daran, wie einem alles am ersten Tag vorkam und wie anders es nun ist.

In diese Wohnung bin ich im Oktober eingezogen, vor drei Jahren. Die ersten Wochen in der ersten eigenen Wohnung waren nicht nur neu, sie waren auch anders, als alle was danach kam. Der Kater war noch nicht hier, der Fka noch nicht weg. Die Freunde des gemeinsamen Gesangs waren noch neu, das ganze Leben hat noch nicht gepasst. Die Stadt war vertraut und fremd und über allem schwebten die goldenen Blätter im Laternenlicht. Der Soundtrack dieser Zeit ist das Album "Von hier an blind" von den Helden.

Die goldenen Blätter sind zurück gekehrt und wie in jedem Jahr bringen sie einen Hauch des Gefühls dieser ersten Wochen in meinem neuen Leben, vor drei Jahren im Oktober. Dieses Mal - wie so vieles zur Zeit - zum letzten Mal.

Es wird Herbst.

Mittwoch, 10. September 2008

Ein kleines Märchen

Eine kleine Geschichte. Der Mensch ist ein Geschichtentier und diese ist gerade passiert und will raus.

Die Geschichte ist wahr. Das ist traurig, wenn man ans Ende kommt, denn sie endet ein bisschen traurig. Es ist aber auch schön, denn der Anfang ist sehr schön und gibt schon jetzt einigen Menschen Hoffnung.

Es ist die Geschichte von einem Jungen und einem Mädchen, die für eine Weile zusammen gehört haben. Das Schöne daran ist, dass sie sich in einem Auto kennengelernt haben. Es war eine Mitfahrgelegenheit, sie hat ihn mitgenommen von der kleinen in die große Stadt. Sie hatten zweieinhalb Stunden Zeit um zu lernen, sich zu mögen. Das hat gereicht, sie haben sich wieder getroffen und sind am Ende der freien Tage zusammen zurück von der großen in die kleine Stadt gefahren.

Dann waren sie ein Paar. Das ist auch gleichermaßen schön und traurig. Traurig ist es, weil alle anderen Jungs in das Mädchen verliebt waren. Natürlich nicht wirklich alle, aber sie hat sie in Scharen verzaubert, wie sonst nur die allerzartesten Prinzessinnen oder die durchtriebensten Hexen. Eine Hexe ist sie nicht. Schön ist es, weil sie - auch wie die Prinzessinnen - unter all ihren Verehrern, die sie so hatte, nie den einen gefunden hat, bei dem sie bleiben konnte und wollte. Sie war wie Psyche: von allen verehrt, von keinem geliebt. Und singen konnte sie, wie ein Engel. Sie konnte so singen, dass die anderen Menschen, die sie hörten, sofort weinen mussten, weil es so schön war. Naja, ich will nicht übertreiben. Vielleicht ist es nicht allen Menschen so gegangen. Vielleicht geht es nur mir so.

Es hätte ein Märchen sein können. Aber gestern ist es zu Ende gegangen. Das schöne Mädchen wurde verlassen, als sie wehr- und hilflos in einer Badewanne lag. Der Prinz war doch ein Frosch, und beide müssen zusammen mit uns anderen zurück in den Wald und weitersuchen. Ende.

Zeit, zu gehen

Vielleicht liegt es daran, dass ich ihn nicht mehr lange aushalte, diesen Zustand des Abschiednehmens. Seit einem Jahr schon weiß ich, dass es mein letztes ist, in dieser Stadt und alles, was schön ist, macht mich wehmütig, zumindest ein bisschen. Es gibt sehr viel Schönes hier.

Heute war vielleicht der letzte Abend im Lieblingsclub und er war langweilig und blöd. So viele schöne Partys, so oft Tanzflächenglück, so gute Gespräche, so gute Freunde. So verliebt. Hier habe ich mich zu Hause gefühlt, als das in meiner neuen Wohnung noch nicht ging.

Und heute tat es mir kein bisschen leid, dass es vielleicht das letzte Mal ist. Zu klein ist er mir ja schon lange und schön war er nie. Und die Musik, hab ich gedacht. Immer das selbe. Fast wie eine CD. Die Menschen - eigentlich sympathischer als im Rest der Stadt, weil irgendwie wie ich - sind mir auf die Nerven gegangen. Partyvolk ist auch nicht mein liebstes.

Kurz: heute Abend war es gut, bald weg zu sein. Ich will neues. Ich will nicht mehr Abschied nehmen, ich kann nicht mehr. Ich will lieber zurückdenken. Mit drei Mitbewohnerinen und dreimal dem "Ist ja bald vorbei, das" Gedenke weiß ich jetzt, dass man, wenn etwas zu Ende geht, das Gefühl bekommt, dafür werde es allerhöchste Zeit. Außer in Beziehungen vielleicht, da könnte man das höchstens im Nachhinein sagen, vorher geht ja nicht.

Und doch bleibt die Angst vor dem, was so sehr fehlen wird. Es ist so viel.

Mittwoch, 3. September 2008

...

Er hat mich Süße genannt.

Die kleine, rothaarige Miss Chaos

Das Mädchen hat rote Haare und wäre der Tenor von ihrer Quirligkeit nicht so begeistert gewesen, ich weiß nicht, ob ich sie nachhaltig wahrgenommen hätte. Sie ist aufgeweckt und lebhaft und chaotisch, unstet und unorganisiert, dagegen bin ich Miss Durchgeplant. Es gibt nicht viele Menschen, neben denen ich so übersichtlich und durchstrukturiert aussehe.

(Dazu ein Dialog mit I, Freundin und Komilitonin.
I.: Gibt es eigentlich einen roten Faden in Deinem Leben? Irgendeinen?
Phae: Ja. Mich.
I.: Das ist kein roter Faden, Phae. Das ist Blut.)

Das rothaarige Mädchen, Miss Chaos, hat ein Daumenkino, das sie immer mit sich herumträgt. Ein Exfreund hat es ihr gebastelt, aus vielen, gelben Post-Its. Darauf sind sie und er, beide Strichmännchen. Die Handlung besteht daraus, dass sie aufeinander zulaufen und sich küssen, ein Herz steigt auf. Das witzige ist, dass sie beim Laufen einen Salto macht. Ich kenne diesen jungen Mann nicht, bewundere ihn aber. Das ist eine unglaublich treffende Charakterisierung ihrer Person, soweit ich das beurteilen kann. Pointiert auf kleinen, gelben Post-Its.

Gestern wollte ich mit I. einen Nachtspaziergang machen. Wir hatten einen Abend hinter uns, mit DVDs von den Gilmore Girls und ganz vielen Süßigkeiten. (Lorelai wäre sehr stolz auf uns gewesen.) Ich musste nach Hause, I. nochmal hinaus. Nachtspaziergang eben. Aus dem Nichts ist A., die kleine rothaarige Miss Chaos aufgetaucht und hat uns begleitet. Auf einem Spielplatz im Lindenpark erzählte sie uns viel aus ihrem Leben. Unter anderem von einer Nacht in Dresden, wo sie auf einem Mittelaltermarkt gearbeitet hat.

Sie schlief mit Bekannten in einem alten Fabrikgelände, die Toiletten waren außen. Sie musste diese Nachts aufsuchen und auf dem Rückweg war das Licht ausgegangen. Ganz habe ich die Umstände nicht verstanden, aber A. war draußen, das Licht aus, der Rückweg war dunkel und gruselig. "Da bin ich die ganze Nacht draußen geblieben. Ich habe gewartet bis es um sechs war und einigermaßen hell. Dann bin ich zurück gegangen." Wir lachen, ungläubig. "Was hast Du in der Zeit gemacht?", frage ich. "Geweint", sagt sie leise. "Aber wegen was anderem."

Dann bin ich nach Hause gefahren.

Sonntag, 31. August 2008

Kugelschreiberkirche

Zeichnen - das darf ich nie vergessen - tut mir so gut.

Es ist früher Abend, die letzten Sonnenstrahlen des August tauchen die geliebte Stadt in goldenes Licht, ich sitze auf der Bank im Park und will eigentlich für die Uni lesen. Wenn da dieser Brunnen nicht wäre. Mein Brunnen, mit den vielen Erinnerungen, den vielen Geschichten. Dieser einen Geschichte.

Das Licht ist golden, ein bisschen Laub tanzt und ich kann mich nicht auf mein Buch konzentrieren, das zu allem Überfluss von Liebe handelt - auf eine staubtrockene, wissenschaftlich-theoretische Weise, dass einem das Kot dass man gar nicht anders kann, als mit den Gedanken abzuschweifen. Der Brunnen plätschert, der Park ist so schön, das Herz wird ein bisschen schwer.

Das ist auch gar nicht schwer, dieser Tage, das tut es ständig. Seit einem Jahr schon lebe ich in einem wehmütigen Zustand des Abschiedes, von meiner Stadt und ihren liebgewonnen Menschen - und jetzt wird es ernst. "Was man liebt, liebt man mit dem Schmerz des Abschiedes." Ich weiß nicht mehr, woher ich das hab, aber es ist so wahr und diese Zeilen begleiten mich in diesen Wochen als Lebensgefühl. Wenn dann das Licht schön ist und der Brunnen plätschert, dann wird man schon mal komisch.

Zum Glück war das Buch dann aus und ich frei. Ich wollte gerade nach Hause, da hat mich die Marienkirche, die wuchtige Kathedrale der Stadt, so angegrinst. Können Kirchen grinsen? Ich hatte mein Skizzenbuch dabei und einen Kugelschreiber. Meine Versuche, ein Mensch zu sein, der sowas immer dabei hat, haben Früchte getragen. Es macht glücklich, Kathedralen zu zeichnen, vor allem diese. Beim Zeichnen sieht man die Dinge ganz anders, man vergisst sich und die Welt, man fließt so dahin, es ist ein bisschen wie meditieren und dann ist man fertig und hat ein schönes Bild und ist stolz, glücklich und wie von innen saubergemacht.

Und das vergesse ich regelmäßig, um es dann wiederzufinden. Wenn ich es gerade dringend brauche. Toll.

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