Für das Projekt Praktikum korrespondiere ich derzeit mit Frankreich per Mail. Eben gerade ist mir wieder eingefallen, was ich heute Nacht geträumt habe: meine letzte Mail ist zurück gekommen, mit dem dringenden Vorschlag, das, was ich geschrieben hätte, doch mal ganz schnell mit Google ins Französische zu übersetzen und nnochmal abzuschicken. Oh man.
Vielleicht merkt man ja, dass mein derzeitiger Phonetikunterricht mich fasziniert. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich nicht das Gefühl habe, dass er sehr sinnvooll ist. Es macht Spaß und ist interessant, aber ich fürchte, wenn ich den Seminarraum verlasse, spreche ich mit den gleichen Fehlern wie vorher. Entweder ich hab es halt im Gefühl, oder ich mache es falsch. So ist das halt mit mir und der Sprache. Deshalb werde ich mich auch hüten, mir je wieder einfallen zu lassen, eine zu studieren.
Gerade deswegen faszinieren mich Dinge, wie dieses: Martin Landau, der in Tim Burtons Film "Ed Wood" den rumänischen Horrordarsteller Bela Lugosi gespielt hat, (Das waren jetzt ganz schön viele Namen.) ist Amerikaner. Im Making of des Filmes hat er davon erzählt, wie er es anging, den Rumänien darzustellen: Er musste nicht nur seinen ungarischen Akzent nachahmen, sondern vielmehr seine Versuche, den ungarischen Akzent zu verstecken und echt englisch zu klingen. Alter. Das fand ich schon damals, als ich das gesehen habe, bemerkenswert. Jetzt, wo ich in der Uni etwas ähnnerungsweise ähnliches mache, finde ich es unglaublich.
nur weil Du Kochrezepte aus Zeitschriften ausreißt und sorgsam abheftest, bist Du noch lange keine perfekte Hausfrau.
Im Lindenpark gestern beim Durchradeln zwei Schwertkämpfer gesehen. Die haben in Lederkleidung mit Schildern und Schwertern aufeinander eingedroschen, hochkonzerntriert und lächelnd. Das sah echt cool aus, wär am liebsten stehen geblieben und hätte geguckt. Ich mag Rostock und seine freakigen Studenten.
Kann bitte immer Sommer bleiben?
Manchmal überrascht er mich ja. Anlässlich der Hamburger Altonale hat der Tenor vorgeschlagen, die Kunstausstellung
ElbArt zu besuchen. Das ist eine Ausstellung von vielen verschiedenen aktuellen Künstlerm im alten Elbtunnel in Hamburg. Der ist über vierhundert Meter lang und zu diesem Anlass auf beiden Seiten der einen Tunnelröhre reich mit diversen Kunstwerken behangen. Unterschiedlichster Art.
Was für ein Spaß. Unsere Annäherung an den High Brow war ein Erlebnis. Es gab so viel zu entdecken, bestaunen und bewundern, interpretieren und diskutieren - von Zeit zu Zeit auch mit den Künstlern persönlich, die ihren Werken Gesellschaft leisteten, oder sich von schön gestalteten Gästebüchern und kleinen, unaufdringlichen Visitenkartenspendern vertreten ließen. Es war bunt und schön, lustig und verspielt, ernst und dramtatisch, anklagend und verstöhrend... kreativ und inspirierend! Von Zeit zu Zeit gab es Postkarten zu kaufen, manchmal auch Buttons, hübsch gestaltete Kühlschrankmagneten oder liebevolles Papierspielzeug. Und natürlich auch die Werke selbst - auch wenn ich mir das Kunstsammeln wohl für später aufhebe. Auch wenn ich ein paar Mal schon gewollt hätte. Vielleicht im nächsten Jahr.
Eigentlich wollte ich gestern Abend noch schreiben, so berauscht war ich. Aber zu Hause angekommen hab ich gemerkt, dass ich einfach nicht tippen kann. Nicht weil ich betrunken war (das kann ich ausschließen, mit dem Alkohol halte ich es wie Farin), ich war einfach so erschöpft, dass Finger auf Tastatur nicht richtig ging und zu anstrengend war. Also ins Bett. Also jetzt.
Zu Brei haben sie mich gerockt, die Ärzte. Und erst hatte ich gar keine Lust. Hab beim Warmhören zu Hause gemerkt, dass ich jedes Lied nur vorspuhlen möchte und beim Einsitzen vor der Halle, dass ich von den anderen Fans ganz schön weggealtert bin. Dass die T-Shirts mich überhaupt nicht ansprechen und doof sind. Dass ich keine Lust auf den Streß habe: Wellenbrecher? Erste Reihe? Schubsen und Drängeln? Och nööö... Meiner Begleitung, der reizenden S. ging es auch so. Und mit ihrem Auftauchen, den alten Freunden, die ich vor Jahren auf einem Ärztekonzert kennen gelernt habe, ging es dann los. Der Abend wurde fantastisch.
Ich weiß gar nicht, wie es passieren konnte, dass wir keinen Streß wollten und dann doch so weit vorne standen. Gefühlte fünfte Reihe, Linksaußen, vor Farin. Ich hatte also fantastische Sicht, aber auch ständige Nähe zum Moshpit. Wenn man diese wubbelige Hobbelmasse bei den Ärztekonzerten so nennen kann. Die Vorband, Muff Potter, war so gut, dass es uns ganz fix vorkam, bis ihr Auftritt wieder vorbei war. Dann Umbaupause und Warten, dann los.
Das doofe bei Konzerten ist, dass man solche Massen an blogbaren Eindrücken und Gedanken hat, sie aber beim besten Willen nicht festhalten kann und dann sind sie weg. Bis zum nächsten Konzert.
Sie sind einfach live so gut. Von 21 Uhr bis Mitternacht im Hexenkessen Prügel zu beziehen und trotzdem nicht einmal mit dem Gedanken zu spielen, mich nach hinten treiben zu lassen, irgendwo hinzusetzten. Es ist mir nicht einmal lang vorgekommen. Sie haben ganz zu Anfang "Rettet die Wale" gespielt. Zu Stücken abgehen, die einem zu Hause aus dem Hals rauskommen. "Radio brennt", zum Beispiel, wie geil das sein kann! Und dann diese Ansagen. Auch so ein Ding, das ich mir nicht merken kann - schade. Die Wall of Death. Die Zeitlupe-Laola. Die geistreichen Verkleidungen. Die Wikingerhelme. Elektrobier! Deine Freundin!
Ein bisschen heftig ist, dass eine Band, der man seine Jugend gewidmet hat, auch die beschissenen Zeiten musikalisch begleitet. Wenn dann auf einmal, mitten im Freundentaumel, ein emotionaler Hammer kommt, und einen kurz voranders hin beamt, umwirft. Auf andere Weise als die betrunkenen Jugendlichen das die ganze Zeit tun.
Ich glaub, ich hör lieber einfach auf, mit dem Beschreiben-Wollen, es war großartig. Es war toll. Heute Abend geh ich zur Ärzteparty in den Lieblingsclub, natürlich mit den alten Freunden, dann höre ich erst mal wieder was anderes. Bis zum High Field, dann seh ich sie nochmal.
Manchmal wünsche ich mir einen sehr alten und weisen Menschen, mit dem ich von Zeit zu Zeit über alles reden könnte.
Obwohl das Wochenende sehr schön war, machen die ganzen begeisterten Berichte vom Immergut Festival und dem schönen Wetter, dass ich auch gerne dabei gewesen wäre. Vielleicht ja nächstes Jahr. Odas der danach. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf meine Festivalaktivitäten diesem Sommer: das
High Field (hach, ich erfreue mich am Line Up) und ein kleines fast-privates Geheimtippfestival im August. Das wird toll.
Und dann ist da ja noch... das Ärzte Konzert heute Abend! Leider nicht Open Air, das wäre jetzt toll. Egal. Es ist Zeit, Statistiken und Reader zuzumachen und aufzubrechen, die Freunde vor der Stadthalle zu treffen. Juhuu!
Gute Nachrichten auf
Indymedia. Der Naziladen "East Coast Corner" im bunten Lieblingsviertel von Rostock, der KTV, hat
nach nicht ganz einem Jahr zumindest vorläufig aufgegeben und wechselt den Besitzer. Vielleicht macht er dann bald ganz zu und ist weg. Das wäre schön.
War ja früher Porno, sagt A. Also, das Lied. Voller Andeutungen und so. Wenn wir da am Strand nicht drüber geredet hätten, hätte ich so einen Quatsch auch nicht als Titel hier genommen.
Die Sonne und der Tenor haben mein Wochenende dominiert. Wir haben die Fahrräder strapaziert, wunderschöne neue Gegenden, fast direkt vor der Haustür erkundet, einen Baumarkt unsicher gemacht (Wochenende, der Tenor und Baumärkte sind so eine Trias, an die ich mich später sehr gerne als "typisch" zurückerinnern werde, das weiß ich jetzt schon.) eine eigene Leiter gekauft, mit der sich mein Dach jetzt noch einfacher erobern lässt. Wir haben sie gleich eingeweiht und einen Freund eingeladen, auf selbigem mit uns zu speisen, ich habe eine schöne Stadtführung machen können, bin dazu gekommen, ein paar Zentimeter von "Die Tore der Welt abzuarbeiten" (Jetzt fehlen nur noch geschätzte 30), waren bei einem anderen Freund im Garten grillen - Hängemattenglück -, mit guten Gesprächen und Gitrarrenmusik, wir waren am Strand, wir haben zu zweit auf dem Dach in den Sonnenuntergang gepicknickt, dem Kater dabei zugesehen, wie er selbiges für sich erobert hat (ich: leicht nervös), haben kuschelnd Film und Fern gesehen und hatten ganz einfach zwei wunderbare Tage.
Trotzdem machen mich diese ganzen Berichte vom Immergut Festival, das ja auch war, ein bisschen hibbelig. Festivalfieber. Kann das High Field kaum erwarten. (Und das kleine, geheime Privat Festvial, auf das ich in diesem Jahr auch darf. Das wird ein Spaß.) Aber zum Immergut will ich auch... nächstes Jahr. Spätestens übernächstes.
Gestern aus Magel an Alternativen "Zum Ausziehen verführt" gucken müssen. Erfreut festgestellt, dass der wirklich lahme Anfang wirklich das Schlimmste an dem Film war und es latent besser wird und er teilweise wirklich ganz reizend war. Außerdem festgestellt, dass die allercoolste von allen, die zynische Mitbewohnerin Kit (Wie beschreibt man denn diese Jane Lane Charaktere?), gespielt von Zooey Deschanel nicht nur die Hauptrolle in Eulogy, (Seeehr empfehlenswert!) sondern auch die Trillian in "Per Anhalter durch die Galaxis". Dass mir das bisher nicht aufgefallen ist. Aber nun weiß ich es ja und finde, seit gestern mit vollem Bewußtsein, Zooey Deschanel sehr cool. Auch an der Seite von Carry Brad- ach quatsch, Sarah Jessica Parker.
Bei Cosmopolitain ist man ein bisschen langsam und hat erst jetzt einen total tollen Weg entdeckt, zum Orgasmus zu kommen. Aber vielleicht gehen durch die Überschrift ja meine Suchanfragen hoch, dann haben alle was davon.
"Es geht um eine Stadt und ist einfach... verstörend. Du guckst ihn und ganz langsam merkst Du, wie verstört Du bist und dass es schon viel zu lange viel zu schlimm ist."
Das hat S. gesagt, als er mich eingeladen hat, mit ein paar Freunden auf seiner winzigen IKEA Couch in seiner winzigen Kellerwohnung Dogville zu gucken. Manchmal ist das Filme gucken im Freundeskreis harte Arbeit, Sachen die gesehen werden müssen, die die anderen auch kennen müssen. Heute Abend sind wir bei mir und es gibt "Alles ist erleuchtet".
Dogville jetzt. Dogville ist die Geschichte von Grace (Nicole Kidman), die auf der Flucht vor schrecklichen Gangstern in dem abgelegenen Städtchen Dogville strandet, irgendwo in den Bergen. Sie darf bleiben, weil die Gemeinde sich beweisen will, dass sie sich umeinander sorgen und gute Menschen sind. Zum Dank will und soll sie allen 15 Einwohnern ein bisschen helfen. Weil aber niemand sich helfen lassen will, macht sie Arbeit, "die eigentlich nicht gemacht werden muss". Sie hackt wilde Stachelbeeren, unterrichtet und hütet Kinder, führt mit einem einsamen, bilden Mann Gespräche, hört zu, tröstet, wird schnell Freundin und Seele, der kleinen Stadt. Mittlerweile wird sie im ganzen Land polizeilich gesucht, der Druck auf die kleine Gemeinde, die sie versteckt wächst und diese nutzt das als Vorwand, Grace in jederlei Hinsicht immer mehr auszunutzen. Es beginnt lächelnd und subtil und wird so abgrundtief schlimm, dass man irgendwann verstört vor dem Bildschirm sitzt und hofft, dass sie sich einfach das Leben nimmt, es ist nicht auszuhalten.
Der Film hat keine Kulissen. Die Häuser sind Kreidestriche auf dem Boden, genau wie der Hund Moses und die Stachelbeersträucher. Ein paar Möbel stehen in jedem Haus, ansonsten stoppt nichts den Blick, wenn die Menschen einkaufen gehen, die Kinder spielen und Grace von einem der Einwohner vergewaltigt wird.
Menschen sind schlecht, sagt der Film. Und Menschen, die keine Grenzen setzen, die sich nicht selber schützen können, oder wollen, auch. Aber das hat er vielleicht nur mir gesagt. Wenn meine Freunde den zweiten Teil, "Manderlay" gucken wollen, habe ich leider keine Zeit. Schlimm ist das nicht. Irgendwann möchte ich ihn mir und den dritten Teil, der derzeit produziert wird, gerne ansehen. Aber erstmal brauche ich eine Pause.